Eine Initiative der
Suizidprophylaxe

Spezielle Themen zu Suizid und Suizidalität

Suizide nicht häufiger zu Weihnachten

Häufiger Suizidversuche nach den Feiertagen

Die Erwartungen an die Festtage sollten nicht zu hoch sein.

Die Weihnachtsfeiertage gelten als Festtage der Familie. Einsamkeit von Personen, die an diesem Familienfest alleine sind, und daraus entstehende Depression und Trauer sollen Ursache für häufigere Suizide an diesen Tagen sein.


Die Statistik belegt diese Annahme jedoch nicht. Allerdings steigt die Zahl von Suizidversuchen nach den Festtagen bis Anfang Januar überzufällig an. 

Ähnliches ist für Ferientage zu beobachten. Auch hier steigt die Anzahl der Suizidversuche nach den Ferientagen an.

Datenbasis sind Ergebnisse einer langjährigen europäischen WHO Studie zur Zeitverteilung von suizidalen Handlungen bei mehr als 25.000 Personen. Als Ursache für diesen Anstieg von Suizidversuchen nach Weihnachten wird angenommen, dass die Erwartungen an die Festtage und das Verhalten anderer Personen zu groß waren und enttäuscht wurden („Gebrochene Versprechen“ - Hypothese). 


Als allgemeine präventive Maßnahmen wird empfohlen, mit Menschen Kontakt aufzunehmen, von denen man annimmt, dass sie über die Festtage einsam sind. Auch die Erwartungen an das Familienfest sollten nicht zu hoch sein und den einzelnen Personen während der Festtage auch genug Raum für einen Rückzug gegeben werden, um Enttäuschungen und Aggressionen zu vermeiden. Bundesweit stehen auch über die Festtage die Telefonseelsorge und Krisendienste zur Verfügung.

Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. A. Schmidtke